PRESS RELEASE
MODES of locomotion
Mosaik
Gegenläufige Gemeinsamkeiten bei Choreographien im I-camp
(...) Ergänzt wird das etwas mehr als halbstündige Stück durch Raffaella Galdis "Modes of Locomotion" - eine sich gerade durch seine Ähnlichkeit abhebende Choreographie, die da einsetzt, wo Simons Stück aufhört: in der larvenhaften Isoliertheit. Auch hier, in dem jüngeren Stück, zwei Tänzerinnen, ein dreiteiliger musikalischer Aufbau, hohe, ungebrochene Konzentration und eine ähnliche Stimmung in den eingespielten Klangskulpturen - konkrete Musik mit sparsam gesetzten melodischen Tonspuren. Bei Galdi sind die Bewegungen jedoch weicher und fließender, zunächst lyrisch, dann impulsiv. Galdis Tanz beherrscht rasend schnelle Glissandi, angedeutete labansche Körpergeometrie und in den Raum hineingetastete, zarte Fragen, die von der Tänzerin Elisabeth Stockinger kraftvoll konterkariert werden. Hinzu kommt ein in die Klangskupltur eingepasster Meta-Text über Ursprung und Richtung der Bewegung. Deren Geheimnis bleibt, und man möchte an diesem Abend immer tiefer hinein.
 
ASTRID KAMINSKI
Copyright © 2010 Verlag Süddeutsche Zeitung, Ausgabe 01. April 2010
 
 
 
Gemischtes Doppel
 
(...) Mit den "Modes of locomotion" von Raffaella Galdi beginnt der zweite Teil des Abends, den die italienische Tänzerin mit einer bestechenden Solopartie eröffnet: Am Boden liegend, nähert sie sich auf sehr subtile Weise der eigentlichen Bewegung an; lässt aus vollkommener Statik heraus einzelne Impulse in sich aufsteigen, spürt ihnen, leise tastend, nach, und macht auf diese Art den intensiv durchlebten Moment des “Bewegt-Werdens” für das Publikum erfahrbar. Kontinuierlich sucht der Tanz hier die Begegnung: Eine Stimme (Elke Puls) kommentiert das Geschehen; Soundscapes (Musik: Alexander Sieber) werden der Bewegung gegenüber gestellt. Aus der Interaktion gewinnt die Bewegung neue Impulse, ohne in einen rein illustrativen Modus zu verfallen. Im finalen Part des Stückes finden sich Galdi und ihre Partnerin Elisabeth Stockinger im Duett; die "Modes of locomotion" enden abrupt - auf die mögliche Weiterentwicklung des Stückes, das in seinem Konzept seit 2007 besteht, darf der Zuschauer jedoch gespannt sein.
 
Antje Bissinger
Tanzportal Bayern, Access to Dance, München, 30.03.2010
 
 
 
MODES of locomotion, Premier, Duetbiennale, Kulturforum Fürth
 
(...) Raffaella Galdi “Modes of locomotion” schlängelt, kriecht, tobt, schleudert wie in trance dahin. Hier sind es zwei Frauen, die einander anstiften, zwei Freundinnen, wie man sie in jedem Café sehen kann. Nur, dass die Rollen von Elisabeth Stockinger und Raffaella Galdi perfekt getanzt werden. Umwege, Untergründiges, Weggelassenes stehen im Focus und werden subtil angedeutet. Dazu kommt Elke Pusl Stimme, die kommentiert und zugleich weglockt, sowie ausgeklügelte Sounds von Alexander Sieber. Immer intensiver wird derKontakt der Frauen, bis man weiß: Sie brauchen einander, die höhen und Tiefen, das Tempo und die Pausen gehören zu einer Freundschaft dazu. Ein Tanzabend voller Überraschungen.
 
Anne Peters
Copyright © 2009 Verlag Nürnberger Presse, Ausgabe 23. November 2009
 
 
 
MODES of locomotion - Solo I - Tanzherbst Festival 2007, Solonacht, Dresden
 
(...) Inhaltlich vergleichbar gelagert war da zum einen das Solo der Italienerin Raffaella Galdi, die mit MODES of locomotion den Körper als Mittel der Fortbewegung an sich mit einigen recht frischen Bewegungsabläufen untersuchte (...).
 
Norbert Seidel
SZ, Montag 12. November 2007